Von wegen Turtel-Tango …

Sie tanzt, sie boxt, sie flirtet, sie filmt – Sophia Thomalla macht „ihr Ding“

Von Dirk Altemann

Nicht, dass sie zuvor ein Pummelchen gewesen wäre. Aber satte sieben Kilo in zehn Wochen sind schon der Hammer. Für eine Frau, deren Figur ihr gerade den Bronze-Platz bei der Wahl zur „Sexiest Women 2010“ einbrachte. Nein, spindeldürr wirkt sie auch jetzt nicht, nur durchtrainierter. Und strahlend schön. Und überglücklich. Eben hat Sophia Thomalla den Preis ihres Lebens gewon-nen: „Dancing Star 2010“. Leicht wie eine Feder war sie übers Parkett geschwebt. Erst die Rumba. Voller Hingabe. Dann eine Samba. Feurig und temperamentvoll. Zuletzt die Freestyle-Kombination. Weltklasse. Ja, hart ist es gewesen. Knüppelhart. Schweiß hat’s gekostet. Viel Schweiß. Stürze, blutige Lippen, Knochenbrüche – ihre Konkurrenten hatte es viel schlimmer getroffen. Ihre ärgste Widersacherin Sylvie van der Vaart ging mit gebrochener Rippe ins Finale der RTL-Show. Aber am Ende siegte Sophia. An der Seite ihres Partners Massimo Sinato vom Dancepoint Königsbrunn mit dem ihr prompt eine Affäre angedichtet wurde. Dabei ist die schöne Tochter der Tatort-Kommissarin Simone Thomalla derzeit Single. „Ich genieße die Unabhängigkeit gerade sehr“, sagt sie und dementiert die Gerüchte um den Turtel-Tango mit ihrem Tänzer: „Wir beide harmonieren perfekt bei ‚Let’s Dance’ doch durchs wahre Leben tanzen wir nicht zusammen.“ Von ihrem Freund Dominik, einem DJ aus Münster, hat sie sich vor mehr als einem Jahr getrennt. Aber flirten kann sie. Mit René Adler zum Beispiel, unserem unglücklichen Nationalkeeper, mit dem sie auf einem Charity-Dinner eine Nacht lang tuschelte und kicherte. Oder mit dem schönen Schauspieler Sebastian Deyle („Sturm der Liebe“), einem Frauenschwarm, mit dem sie vor der Berliner Paris Bar zärtliche Küsse tauschte. Aber „nein“, sagt sie entschieden, „ich bin kein Mädchen für kurze Affären, ein One-Night-Stand käme für mich nie infrage. Da bin ich konservativ. Wenn ich mich für einen Mann entscheide, dann muss ich mir vorstellen können, dass es für den Rest meines Lebens sein könnte.“ Und den hat sie bislang nicht gefunden: „Ich bin viel unterwegs. Aber viele trauen sich nicht, mich anzusprechen.“ Drum spielt ein anderer Mensch die erste Geige in ihrem Leben. „Bei meiner Mutter da fühle ich mich unheimlich wohl. Sie liebt mich und ich liebe sie was gibt es Schöneres“, schwärmt Sophia. Vielleicht rührt diese innige Beziehung aus frühester Kindheit her. Während andere Schauspielerinnen ihre Sprösslinge in die Betreuung gaben, wuselte die kleine Sophia einst zwischen Kameras und Kabelbäumen herum. „Meine Mutter wollte mich nie in die Hände anderer Leute geben. Sie mochte ihr Kind immer dabei haben. Das ist heute noch ein bisschen so.“ Mit ihrem Vater, dem erfolgreichen Berliner Theaterschauspieler André Vetters, hat Sophia Thomalla übrigens ebenfalls ein tolles Verhältnis. In Berlin besucht man gemeinsam Theatervorstellungen, geht ins Kino oder einen Happen essen. Was man eben so macht als Fast-noch-Teenager-Tochter mit einem geschiedenen Vater. Dessen Ersatz war „Rudi“. Rudi Assauer – Schalkes Ex-Manager. Ein Mann voller Charisma, ein Macho. „Mit ihm kam ich von Anfang an gut klar. Wir lebten neun Jahre lang zusammen. Ich bin natürlich auch ein ganzes Stück weit mit ihm groß geworden. Das Schöne war, dass sich auch mein leiblicher Vater mit Rudi gut verstand. Wir hatten ein sehr harmonisches Familienleben. Mein Vater war jederzeit in Gelsenkirchen willkommen.“ Apropos Gelsenkirchen. „Ich war zehn, als wir von Berlin wegzogen. Das war schlimm, ich habe meine Freunde und meine Großeltern zurücklassen müssen. Und dann ging es auch noch nach Gelsenkirchen, nicht mal nach Essen oder Bochum. Aber es war toll in Gelsenkirchen. Ich hab’ mich rundum wohlgefühlt. Die Atmosphäre im Ruhrgebiet ist viel familiärer als in Berlin. Die Menschen scheinen harmonischer miteinander.“ Seit sie 15 war, treibt die Schauspielerei sie um. Und wenn man ehrlich ist, gibt’s für das Kind zweier Schauspieler nur zwei Möglichkeiten. Die radikale Abkehr vom Beruf der Erzeuger oder den Wunsch es ihnen gleichzutun. „Mit dreizehn wollte ich auf gar keinen Fall Schauspielerin werden, damals tendierte ich zu Modedesign oder so.“ Zwei Jahre später hat Sophia Blut geleckt. „Damals kam der Regisseur Sigi Rothemund, ein Freund der Familie, zu uns und fragte mich, ob ich Livia, die schöne Tochter von ‚Commissario Laurenti’ spielen wolle.“ Na, klar wollte sie … Seither treibt Sophia Thomalla ihre noch junge Karriere mit festem Ziel voran. Tipps dazu gibt’s gratis von der Mutter. In der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ hat sie eine durchgehende Rolle. Und in der SAT.1 Daily Soap „Eine wie keine“ gibt sie die Chris Putzer, eine freche Azubine, die nicht nur ihrem charmanten Kollegen Mo Berg den Kopf verdreht. Episodenrollen hatte sie in der Familienserie „Unser Charly“ und im „Tatort: Todesstrafe“. Ihre liebste Rolle ist ihr aber immer noch die „Livia Laurenti“. In der Folge „Totentanz“ verprügelt sie gleich zwei fiese Schlägertypen, die der hübschen Polizistentochter an die Wäsche wollen. „Privat halte ich mich mit Kickboxen fit“, verrät sie, „wenn mich jemand überfallen will, gibt’s direkt was auf die zwölf …“ Typisch Sophia.

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